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Gesprächsvorbereitung · KRAKÓW / ONLINE

Mediationsstile: ein zum Konflikt passendes Vorgehen wählen

Wie unterscheiden sich facilitative, evaluative und interessenorientierte Ansätze? Fragen zur gemeinsamen Festlegung des Gesprächsablaufs.

Zwei Mediationen können unterschiedlich ablaufen und dennoch beide eine Einigung unterstützen. In der einen strukturiert der Mediator vor allem das Gespräch und die Entwicklung eigener Vorschläge. In der anderen möchten die Parteien zusätzlich mögliche Lösungen erörtern. Statt nur nach einer Methodenbezeichnung zu wählen, klären Sie Gesprächszweck, erwartete Mediatorrolle und Entscheidungsweise. Das gilt in Krakau ebenso wie online.

Das Wichtigste vor dem Einstieg

  • Stilbezeichnungen beschreiben Gesprächsansätze, ersetzen aber keine vereinbarten Regeln.
  • Eine Forderung sollte von dem Bedürfnis unterschieden werden, das sie erfüllen soll.
  • Vorschläge des Mediators bleiben unverbindlich; die Beteiligten bestimmen das Ergebnis.

Facilitativer Ansatz: Unterstützung eigener Optionen

Jerzy Plis beschreibt facilitative Mediation als ein auf den Gesprächsprozess konzentriertes Vorgehen. Der Mediator klärt Bedürfnisse, fragt nach und organisiert den Informationsaustausch. Die wesentlichen Vorschläge entwickeln die Beteiligten selbst. So entsteht Raum für situationsgerechte Lösungen, statt das Gespräch sofort auf eine einzelne Forderung zu verengen.

Praktisch stellt sich die Frage, ob zunächst Bedingungen für ein ruhiges Gespräch und eigene Optionen benötigt werden. Hinter einem Streit über eine Zahlungsfrist können auch Leistungsnachweise, Meldung von Bedenken und künftige Zusammenarbeit stehen. Die Ordnung dieser Themen kann ebenso wichtig sein wie die Diskussion des Betrags.

Quellen zu diesem Abschnitt: [1, S. 63–64]

Evaluativer Ansatz: Welche Bewertung wird erwartet?

Bei der Darstellung evaluativer Mediation spielen die Bewertung möglicher Lösungen und eine aktivere Mitwirkung des Mediators daran eine größere Rolle. Der Autor schildert auch die Diskussion über die Grenzen dieser Rolle. Die Bezeichnung allein ist daher nicht genau genug: Geht es um Machbarkeitsfragen, Variantenbesprechung oder andere Tätigkeiten?

In der polnischen Zivilmediation erlaubt der aktuelle Art. 183³ᵃ KPC auf gemeinsamen Wunsch unverbindliche Lösungsvorschläge. Dadurch wird der Mediator nicht zum Richter. Benötigen Sie unabhängigen Rat zu einem Anspruch, vereinbaren Sie eine anwaltliche Beratung. Einen Vorschlag anzuhören verpflichtet nicht zu seiner Annahme.

Quellen zu diesem Abschnitt: [1, S. 64] [2]

Forderung und Interesse enthalten unterschiedliche Informationen

Eine Forderung bezeichnet ein gewünschtes Ergebnis, etwa vollständige Zahlung bis zu einem Datum. Das Interesse erklärt die Bedeutung: Liquidität, Planbarkeit oder das Ende der Unsicherheit. Plis erläutert, wie die Arbeit mit Interessen von Positionen zu den zu lösenden Fragen führt. Das bedeutet weder Rechtsverzicht noch Anerkennung der Gegenseite.

Notieren Sie vorab, was Sie benötigen, was anders geregelt werden könnte und wie die Erfüllung überprüft wird. Fragen Sie auch, was die andere Person braucht, um ihren Vorschlag zu überdenken. Daraus können Alternativen entstehen; nicht jede Kombination von Bedürfnissen ist jedoch vereinbar. Mediation garantiert keine gemeinsame Lösung.

Quellen zu diesem Abschnitt: [1, S. 64–65] [2]

Wann zählt auch die künftige Beziehung?

Der im Buch beschriebene transformative Ansatz richtet den Blick auf Selbstbestimmung und ein besseres Verständnis der Situation des anderen. Eine hilfreiche Veränderung ist nicht immer die sofortige Einigung auf einen Betrag. Die Parteien können auch Kommunikation ordnen, Kontaktgrenzen setzen oder frühere Missverständnisse verstehen.

Plis stellt zudem narrative und humanistische Ansätze vor, die Konflikterzählungen und Dialogbedingungen berücksichtigen. Für Teilnehmende ist die Zielfrage nützlicher als das Auswendiglernen von Etiketten: Soll die Zusammenarbeit enden oder fortgesetzt werden? Mediation setzt weder Versöhnung noch eine erneute enge Beziehung voraus.

Quellen zu diesem Abschnitt: [1, S. 65–67]

Wie lässt sich das Vorgehen vor dem Termin abstimmen?

Fragen Sie nach der üblichen Gesprächsführung, Einzelgesprächen und dem Vorgehen, wenn die Parteien bei einer Lösung feststecken. Erklären Sie, ob Sie vor allem Dialogunterstützung oder auch die gemeinsame Prüfung unverbindlicher Optionen wünschen. Vereinbaren Sie Prüfzeit für Unterlagen und die Rolle der Rechtsvertretungen. Das ist konkreter als die Suche nach der besten Methode.

Der Autor betont, dass Stile nicht immer in Reinform auftreten. Das Vorgehen kann sich den Gesprächsbedürfnissen anpassen, solange vereinbarte Regeln gewahrt bleiben. Online-Teilnahme ist ein organisatorisches Format und erweitert nicht die Befugnisse des Mediators. Bestätigen Sie vorab, wie Vorschläge präsentiert werden und wer teilnimmt.

Quellen zu diesem Abschnitt: [1, S. 67] [2]

Lernbeispiel — fiktiver Sachverhalt, kein von der Stiftung bearbeiteter Fall.

Finanzieller Ausgleich und weitere Zusammenarbeit

In einem fiktiven Beispiel streiten zwei Krakauer Unternehmen über die Projektvergütung. Zunächst nennt jede Seite nur einen Betrag. Bei der Klärung ihrer Bedürfnisse werden auch Übergabetermin und weitere Nutzungsrechte an Arbeitsergebnissen wichtig.

Die Beteiligten entwickeln mehrere Varianten und lassen sie von eigenen Beratern prüfen. Außerdem vereinbaren sie einen Kommunikationskanal. Die Verbindung von Lösungsarbeit und Kommunikation zeigt die Flexibilität des Verfahrens; sie ist weder Einigungsversprechen noch Bericht über einen tatsächlichen Fall.

Fragen zu diesem Thema

Muss ich vor einer Anfrage die Stilbezeichnung kennen?

Nein. Beschreiben Sie Problem und Gesprächsziel. Bitten Sie den Mediator zu erklären, wie er die Beteiligten unterstützt und welche Entscheidungen bei ihnen bleiben.

Quellen zu diesem Abschnitt: [1, S. 63–67]

Kann sich die Gesprächsführung ändern?

Sie können eine Änderung besprechen, wenn das bisherige Vorgehen nicht hilft. Unverbindliche Vorschläge nach Art. 183³ᵃ KPC setzen einen gemeinsamen Wunsch der Parteien voraus und sollten nicht überraschend erfolgen.

Quellen zu diesem Abschnitt: [1, S. 64, 67] [2]

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Jerzy Plis, „Rodzaje mediacji”, rozdz. III, w: Aneta M. Arkuszewska, Jerzy Plis (red. nauk.), Zarys metodyki pracy mediatora w sprawach cywilnych, Wolters Kluwer, Warszawa 2014, s. 62–67, ISBN 978-83-264-3282-8.

    Zitierte Seiten dieser Ausgabe: 63–67.

  2. Ustawa z dnia 17 listopada 1964 r. – Kodeks postępowania cywilnego, tekst jednolity Dz.U. z 2026 r. poz. 468, ze zmianami; w szczególności art. 183¹–183¹⁵, art. 259¹, art. 436 i art. 445².

Eigenständiger redaktioneller Beitrag mit Bezug auf das bezeichnete Kapitel des Buchs von 2014 und eigenen Lernbeispielen. Seitenangaben beziehen sich auf die gedruckten Seiten. Rechtsinformationen wurden zum 23. Oktober 2026 aktualisiert; Rechtsvorschriften werden getrennt von der Literatur belegt.

Informationen auf Grundlage der am 23. Oktober 2026 geprüften Quellen. Sie ersetzen keine individuelle rechtliche Prüfung eines konkreten Falls. Die Beispiele sind fiktiv und beschreiben weder Erfahrungen von Mandanten noch Ergebnisse der Stiftung. Gesetze, Entscheidungen und Forschung sind bei den jeweiligen Themen belegt; DOI werden nur für Veröffentlichungen mit einem solchen Kennzeichen angegeben.

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